Der Volksgarten

Volksgarten Wien

Spaziergang durch den Volksgarten 

 

Der Wiener Volksgarten hat sowohl im Sommer als auch im Winter seinen Reiz. Er war die erste Parkanlage, die 1823 von den Habsburgern, speziell für das Volk eröffnet wurde (daher der Name 😉 Im Vergleich dazu war der Burggarten bis zum Ende der Monarchie 1918, nur für den Kaiser zugänglich. 

 

Welchen Persönlichkeiten und Sehenswürdigkeiten können wir im Volksgarten antreffen? 

 

An die 4.000 Rosensträucher von mehr als 400 verschiedenen Rosensorten zieren den Volksgarten. Im Winter tragen sie immer die neuesten „Sackkleider“, damit ihnen nicht kalt ist 😉
Dahinter befindet sich der Theseustempel und links davon eine sogenannte „Bedürfnisanstalt“.
Auch der Baumbestand ist beachtlich mit Platanen, Linden, Ahorn- und Kastanienbäumen. 

 

Der Theseustempel, eine verkleinerte Nachbildung des Theseions der Akropolis, wurde 1820-23 vom Hofarchitekten Peter von Nobile erbaut.
Bis 1890 beherbergte der Tempel die imposante Theseus-Statue, die dann ins Kunsthistorische Museum (KHM) übersiedelt wurde. Heute wird das Gebäude für unterschiedlichste Ausstellungen des KHM genutzt. Griechenlandfeeling mitten in Wien zwischen Rathaus und Burgtheater 😉 

Franz Grillparzer (1791-1872) ist für mich DER österreichische Nationaldichter. Hauptsächlich ein Dramatiker, wenn man an Werke wie „Des Meeres und der Liebe Wellen“, „Bruderzwist in Habsburg“ oder „König Ottokars Glück und Ende“ denkt.
Dass er sich mehr dem Drama widmete, ist nicht verwunderlich: Er war gerade 18 Jahre alt, als sein Vater hochverschuldet starb und Grillparzer plötzlich die Familie erhalten musste. Weitere Schicksalsschläge waren der Selbstmord seiner Mutter und eines Bruders. Seine Jugendliebe Kathi Fröhlich blieb seine „ewige Braut“, da Franz zum Heiraten der Mut fehlte… 

Wie wäre es mal mit einem außergewöhnlichen Geburtstagsgeschenk? Man kann eine Patenschaft für die Pflege eines Rosenstrauchs übernehmen um ca. € 350,– für fünf Jahre. Das besondere ist dann das Schild mit einer persönlichen Widmung nach Wunsch: https://www.bundesgaerten.at/hofburggaerten/Patenschaften/Rosen-Patenschaft.html 

Kaiserin Elisabeth sitzt ganz einsam und versteckt beim Burgtheater-Eingang. Das entsprach sicher ihrem Leben, abgeschieden und alleine zu sein. Sisi wurde am 10.9.1898 in Genf von einem italienischen Anarchisten mit einer Feile ermordet. Das Denkmal wurde 1907 unter Anwesenheit Kaiser Franz Josephs enthüllt. Griechisch gekleidete Mädchen streuten Rosen zum Gedenken an die Kaiserin. 

 

Auf der Ringstraßenseite außen finden wir das Denkmal von Julius Raab (1891-1964), dem sogenannten „Staatsvertragskanzler“. Er gehörte zur „gemütlichen Sorte“ der Politiker und liebte Zigarren und Kaffeehäuser.  

 

Berühmt wurde er durch die Staatsvertragsverhandlungen mit dem damaligen Außenminister Leopold Figl. Dazu gehört die Anekdote mit dem Heurigenlied „Die Reblaus“. 

Demnach sollen Figl und Raab den sowjetischen Außenminister Molotow in Heurigenstimmung davon überzeugt haben, den Hinweis auf die nationalsozialistische Vergangenheit Österreichs, aus der Präambel zu streichen. 

 

Dies gipfelte in einer Karikatur, wo Figl dem zitherspielenden Raab ins Ohr flüstert: „Und jetzt, Raab –  jetzt noch d’Reblaus und dann sans waach“ 

Dieses Zitat gehört allerdings ins Reich der Legenden…