Mariahilf

Der Gänsemädchenbrunnen

Spaziergang durch Mariahilf 

 

Gänsemädchenbrunnen bei Rahlstiege 

 

Der Gänsemädchenbrunnen, am Beginn der Rahlgasse vor dem Abgang zur Rahlstiege, zeigt eine Gänsehirtin, die schon einige Ortswechsel hinter sich hat 😉

Der erste Aufstellungsort war im 1. Bezirk auf dem früheren Gänsemarkt auf der Brandstätte. Das war 1865/66. Dann wurde dort umgebaut, reguliert und es war kein Platz mehr für den Brunnen, der somit für einige Jahre in ein städtisches Depot kam.

Dann fand man einen Platz vor der Mariahilferkirche, aber nach sieben Jahren musste die Skulptur auch dort weg, weil Joseph Haydn besser vor die Kirche passte.

Nun steht das Gänsemädchen am Beginn der Mariahilferstraße und begrüßt dort die Vorbeigehenden.

Anton Paul Wagner war der Bildhauer, der auch einige andere Werke in Wien schuf. Den Engelbrunnen auf der Wiedner Hauptstraße oder viele Figuren an diversen Museen und Gebäuden entlang der Ringstraße.

Dafür hat er auch ein ehrenhalber gewidmetes Grab am Zentralfriedhof bekommen  

 

Die Fillgrader-Stiege

 

Die Fillgrader-Stiege wurde 2004 zur viertschönsten Treppenanlage Europas gekürt  Sie ist ein denkmalgeschütztes Jugendstiljuwel und führt von der Theobaldgasse in die Fillgradergasse.

Sie erinnert an Otto Wagner, für den die Farbe grün so charakteristisch war (neben weiß und gold). Aber sie stammt von Max Hegele, einem weiteren bekannten Jugendstilarchitekten.

Hegele’s Hauptwerk ist die Karl-Borromäus-Kirche am Zentralfriedhof. Diese Freitreppe schuf er 1905-1907. Sie ist nach einer Frau benannt. nämlich nach der wohltätigen Marie Anna Fillgrader, einer Glockengießerwitwe.

In den 1980er Jahren war dort, wo man das grüne Eingangsgitter sieht, ein Stehcafé mit Gemäldegalerie, das 2010 geschlossen wurde.  

 

Freiwilliger Durchgang Raimundhof  

 

Der Freiwillige Durchgang durch den Raimundhof zwischen Mariahilfer Straße 45 und Windmühlgasse ist einer der schönsten und gemütlichsten Wiens.

Man taucht in die Ruhe der schönen Innenhöfe ein und vergisst den Trubel und die Hektik der Mariahilfer Straße.

Raimundhof deshalb, da Ferdinand Raimund am 1. Juni 1790 hier geboren wurde. Er war ein Dramatiker und lebte so ziemlich zeitgleich mit Johann Nestroy. Beide gelten als Hauptvertreter des Alt-Wiener Volkstheaters. Raimund lebte nur wesentlich kürzer und sein Tod war dramatisch…

Seine größte Angst war an Tollwut zu sterben. Prompt trat es so ein, wie immer befürchtet. Im Alter von nur 46 Jahren wurde er in Pottenstein, NÖ von einem Hund gebissen. Aus lauter Angst an Tollwut zu sterben, erschoss er sich vorsorglich gleich selbst, indem er sich eine Pistole in den Mund steckte und abdrückte!
Bloß, der Hund hatte keine Tollwut, wie sich später herausstellte… Tragisch, nicht wahr?

 

Die Pfarrkirche Mariahilf ist eine Wallfahrtskirche 

 

Sie wird auch als Haydnkirche bezeichnet zu Ehren des großen Komponisten, der hier auch spielte und in der Nähe wohnte.

Der Gänsemädchenbrunnen stand früher statt Haydn an dieser Stelle und eben jetzt oberhalb der Rahlstiege, wo wir den Spaziergang begonnen haben.

Eine klassische Barockkirche aus dem 18. Jh. blickt uns hinter Haydn entgegen. Die Türme begannen sich im Zuge des U3 Baus in den 1990er Jahren durch die Erdmechanik nach vorne zu neigen, aber das schlimmste konnte durch den Einbau von Stahlankern verhindert werden. 

 

Über dem Haupteingang ist eindeutig Maria Hülf zu lesen, daher kommt der Ausdruck „Mahü“.

In der Krypta der Kirche und nebenan befindet sich übrigens die Gruft, das Tageszentrum der Caritas für Obdachlose. 

 

Ein Blick ins Innere der Mariahilferkirche mit dem 360 Jahre alten Gnadenbild Mariens in der Ferne über dem Altar.

Die barocken Deckenfresken sind nicht minder beeindruckend und zeigen die Verherrlichung Mariens. 

© Text von Annemarie Geiger